C. Buchempfehlungen zur Patchworkfamilie

In „A. Buchempfehlungen zur Stiefkindadoption“ habe ich geschrieben, dass es keine relevanten Bücher zum Thema „Stiefkindadoption“ geben würde. Daran halte ich auch nach wie vor fest.

Es gibt aber trotzdem die eine oder andere empfehlenswerte Lektüre zu „unserem“ Thema, die ich im folgenden vorstellen will.

Die Erfinder des Begriffs „Ein-Eltern-Familie“ für die Kleinfamilie mit einem Alleinerziehenden würden allein schon aufgrund dieser Tatsache eine dicke Kaufempfehlung verdienen. Das Buch bedient alle neuen Familienformen, endet dann aber aber als Erziehungsratgeber: Sorgen Sie für klare Strukturen, Abläufe und Hierarchien, Kinder brauchen starke Eltern blablabla. Streift viele Themen, bleibt aber leider manchmal etwas oberflächlich. Trotzdem empfehlenswert aufgrund des Kapitels „warum eine Scheidung manchmal für alle Beteiligten sinnvoll sein kann“.


Das Thema Scheidung hier? Ja. Denn bei der Stiefkindadoption bleibt ja immer ein Elternteil übrig, der dann nichts mehr hat. Auch wenn das Kind nur den neuen Papa kennt, muss man trotzdem damit rechnen, dass es irgendwann auf der Matte steht und fragt „Sag mal Mama, kann es sein, dass Ihr euch erst kennen gelernt habe, wie ich 13 Monate alt war?“ Wenn Sie wissen wollen, wie Sie sich selbst auf diese Situation vorbereiten, nehmen Sie dieses Buch. Und wenn das Kind noch eine aktive Erinnerung hat an seinen Erzeuger, liegt ja sowieso eine Trennung hinter Ihnen. Achtung: Das ganze Buch nimmt keine Rücksicht auf elterliche Gefühle, sondern sorgt sich eigentlich nur um das Wohl des Kindes! Klasse und auf jeden Fall zu empfehlen.

Erst kaufen, wenn man die anderen schon hat! Oder vielleicht auch gar nicht. Das Buch gibt weniger konkrete Empfehlungen oder Tipps, sondern wird für unseren Geschmack ein bisschen sehr theoretisch. Man denkt oft „Aha, ein Sozialpädagoge ordnet sein eigenes Leben neu und will Leuten mit vergleichbarer Ausbildung und in vergleichbarer Situation Anhaltspunkte zur Selbstanalyse liefern“.